Ausgangslage: Henne-Haus vor der technischen Sanierung

technische Sanierung Henne-Haus

Technische Sanierung: Henne-Haus in Oldenburg-Ohmstede vor dem Umbau

Das Mehrfamilienhaus in Oldenburg-Ohmstede – inzwischen als Henne-Haus bekannt – ist vor der technischen Sanierung und vierzig Jahre nach seiner Errichtung in baulich gutem Zustand. Einzig das Flachdach des typischen Klinkerbaus und der alte Standard-Heizkessel (Gas) bereiten Eigentümer Dr. Thomas Henne Bauschmerzen: Aufgrund der EnEV 2014 muss der Kessel erneuert und die oberste Geschossdecke bis Ende 2015 gedämmt werden, um den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 zu erfüllen.

„Die Dämmung mit innenliegender Entwässerung muss in Abständen von zwei bis drei Jahren erneuert werden. Der Aufwand ist dafür recht hoch.“

Das Sechs-Parteien-Haus mit der Nummer 14 verfügt über Mietwohnungen mit einer Größe zwischen 52 und 69 Quadratmetern. Nebenan sind zwei weitere identische Gebäude, die ebenfalls nach 40 Jahren – Generationen übergreifend – abgeschrieben und komplett vermietet sind. Auch hier steht eine technische Sanierung unmittelbar bevor. Der Gasverbrauch liegt bei 200.000 Kilowattstunden pro Jahr – damit wird die zentrale Warmwasserbereitung sowie die Heizung in allen Räumlichkeiten sichergestellt.

Die Abrechnung übernimmt ein von Dr. Henne beauftragter Verwalter. Der Stromverbrauch im Haus insgesamt ist dem Eigentümer vor der technischen Sanierung unbekannt – die Mieter verfügen über individuelle Verträge mit Stromversorgern. Dieser erfasst die Verbrauchsdaten jährlich über insgesamt sieben Ferraris-Zähler im Keller inklusive Allgemeinstromversorgung.

Gesamtkonzept: Wie Fachplaner Laudeley die technische Sanierung angeht

Durch einen Zufall lernt Henne Holger Laudeley aus dem nahegelegenen Ritterhude kennen. Der Fachplaner und Elektromeister hat mit mehreren Handwerkern aus der Region gerade in einem Einfamilienhaus ein Konzept umgesetzt, das er für skalierbar hält.

Das technische Sanierungs-Konzept von Herrn Laudeley klang für mich schlüssig. Funktioniert es, kann ich langfristig nicht nur Kosten sparen, sondern den Mietern verlässliche Nebenkosten bieten und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun.

Konkret setzt Laudeley bei der energetisch-technischen Sanierung auf eine Photovoltaikanlage, zwei Mikro-KWK-Anlagen und – als Herzstück – zwei intelligente Stromspeichersysteme, um den Strombedarf am Tag, in der Nacht und in der kalten Jahreszeit decken zu können (mehr zu den Komponenten hier). Die Stromspeicher werden kaskadiert als Energiefarm betrieben. Zur Wärmeversorgung sollen neben den Mikro-KWK-Anlagen mit Stirling-Motoren, die wärmegeführt betrieben werden, auch eine Brauchwasser-Wärmepumpe im Sommer zum Einsatz kommen.

Über das richtige Zusammenspiel der Technologien haben wir lange nachgedacht und dies praktisch ausprobiert. Insbesondere die knapp einjährige Erfahrung mit der Umsetzung des ähnlichen Konzeptes im Einfamilienhaus, machten uns sicher, dies auch im Mehrfamilienhaus umsetzen zu können.

Neben Laudeley Betriebstechnik als Gesamtplaner sind auch die Handwerksbetriebe Wille Bedachung, Klenke Elektrotechnik (beide Ritterhude) und Jürgen Ahlers Heizung und Sanitär aus Bremen an Planung und Umsetzung beteiligt (mehr zu den Partnern hier).

Dr. Henne wird mit der technischen Sanierung zum Vermieter-Energieversorger

Oldenburg, Photovoltaik Installation in einem Mehrfamilienhaus am Waterender Weg 12 in Oldenburg. Foto: Andreas Burmann

Für Eigentümer Dr. Henne bedeutet das mutige Konzept der technischen Sanierung: Er muss zum Vermieter-Energieversorger werden. Dafür gründet er eine GbR, die die Strom-, Warmwasser- und Wärmelieferung an die Mietparteien organisiert. Die Mieter informiert er mit einem Schreiben der Hausverwaltung und fordert sie dazu auf, ihre bisherigen Stromverträge zu kündigen.

Alle sechs Mietparteien waren mit dem Umbau und der Konsequenz daraus, dass die Gbr künftig ihr Energieversorger wird, einverstanden.

Ein Grund: Der Eigentümer kalkuliert die Strom- und Gaskosten so, dass die deutlich unter den üblichen Konditionen der Energieversorger liegen. Zusätzlich gibt es eine Garantie, dass die Preise für zehn Jahre nicht steigen werden.

Video zur technischen Sanierung im Henne-Haus

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